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Kommentare

  • Anna 02.02.2020 15:30

    Ergänzung zu 'Was ist das Problem?':

    • Tendenz (bzw. ökonomischer Zwang) von Frauen im globalen Norden mehr Stunden in Lohnarbeit zu verbringen und weniger Care-Arbeit in der eigenen Familie zu übernehmen führt zu globalen 'Care-Chains' anstatt zu gleicher Aufteilung der Tätigkeiten unter allen Mitgliedern (Geschlechtern) der Gesellschaft: nicht-deutsche, oftmals nicht-weiße Frauen übernehmen Care-Tätigkeiten (oftmals nicht versichert etc, äußert schlecht bezahlt) und übergeben Verantwortung für ihre eigenen Familien an jeweils andere weibliche Mitglieder aus der Familie/ Nachbarschaft
    • eine Technisierung im Bereich der Care-Tätigkeiten (z.B. Einsatz von Robotern in der Pflege etc) ist höchst problematisch: sie führt zu einer fortschreitenden (gesellschaftlichen) Entwertung der Tätigkeiten und zu einer weiteren Prekarisierung (Lohn-Dumping durch maschinelle Konkurrenz, zunehmende Bedrohung der Arbeitsplätze selbst); zudem wird signalisiert, dass Pflege und Sorge loszulösen wären von emotionaler Fürsorge und Empathie, es sich also wortwörtlich um rein maschinelle Vorgänge handelte: fortschreitende Isolation und Vereinsamung von den Menschen, die auf Pflege angewiesen sind, sowie Exklusion vulnerabler Gruppen aus der Gemeinschaft und aus dem Kontakt mit Mitmenschen
    • insgesamt existiert eine komplette Schieflage in der Bewertung für die Gemeinschaft relevanter Tätigkeiten, der rein ökonomische nutzen-orientierte Blicks auf den Wert von Individuen führt zu Entwürdigung, Deprivation und Segregation von vielen Menschengruppen (Alten, Menschen mit Einschränkungen,
    • eine zunehmende an Leistung und (ökonomisch verwertbarer) Kompetenz orientierte Erziehung und (früh)kindliche Bildung führt bereits in den kleinsten TeilnehmerInnen unserer Gemeinschaft zu der Überzeugung menschlicher (Selbst-)Wert könne/ sollte an diesen Kriterien gemessen werden: die Folge sind tiefe Verunsicherungen sowie früh angelegte Hindernisse, in Solidarität statt in Konkurrenz mit anderen Menschen zu leben
    • die Genese unseres egoistischen Menschen(- und Kinder)Bildes ebenso wie unserer Geschlechterbilder und deren historische Verbundenheit mit der Entstehung des Kapitalismus sollte genauer betrachtet werden (erst das Bewusstsein hierüber und die Kritik daran ermöglicht den Glauben an ein gänzlich anderes Menschenbild zu entwickeln, welches wiederum für den Aufbau einer anderen Form des Miteinanders und Wirtschaftens essentiell ist)
    • friede 04.02.2020 12:53

      liebe Anna, danke für die tollen kommentare! Bin gerade dabei, die überarbeitung von Gabriele Winker und Matthias Neumann einzuarbeiten, und habe dabei auch Deine Punkte übernommen außer den beiden letzten, weil sie mir an dieser STelle eher in Richtung Bildung bzw. zu allgemein erschienen - so sehr ich ihnen auch zustimme!!!!

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