Lade...
 

Kommentare

  • Kai Tischer 22.01.2020 13:33

    Die Maßnahmenvorschläge hier im Bereich Energiedemokratie sind ein guter Anfang. Jedoch zeigen sie auch deutlich die Lücken im bisherigen Gesamtkonzept des Klimaplans. Das Themenfeld der Energiedemokratie ist komplex und ohne technisches Vorwissen ist die Mitarbeit nicht unbedingt niedrigschwellig. Dennoch wollen wir alle Interessierten dazu ermutigen, sich einzulesen, Maßnahmen zu kommentieren, Fragen zu stellen und selbst Ideen einfließen zu lassen. Die von der Moderation vorgeschlagenen Ideen (s.o. "Ideen für Maßnahmen") dürfen als Anregung dienen, sich zu informieren, Konzepte zu diskustieren und Ergebnisse hier in Maßnahmen zu gießen.
  • ScientistFFM 28.01.2020 14:08

    Zitat: "Nach ersten Schätzungen von Agora Energiewende sanken die CO2-Emissionen der Energieerzeugung jedoch auf 223 Millionen Tonnen CO2. Das sind rund 27,5 % aller CO2-Emissionen in Deutschland. "
    Der Rückgang ist auf besondere Effekte zurückzuführen, wie milde Winter oder steigende CO2-Kosten durch Preisanstieg im Emissionshandel zurückzuführen.

    • damian 31.01.2020 13:12

      Der Satz oben bezieht sich auf 2019 und die Schätzungen von Agora. Der im Kommentar verlinkte Artikel auf 2018. Trifft es für 2019 genauso zu? Laut Agora hatte zusätzlich der geringe Zuwachs des BIP einen großen Einfluss.
  • ScientistFFM 29.01.2020 08:37

    „Energiedemokratie“ kann nur ein Teil der Dezentralen Energiewende sein. Denn in einer demokratisch aufgebauten Energiewende sind trotzdem noch betriebswirtschaftliche, soziale, ökologische und volkswirtschaftliche Fragen zu klären.
    Es ist richtig das alte Einbahnstraßensystem der Großkonzerne abzuschaffen. Gebäude wurden mit Stromleitungen versorgt, Wärme liefert der Gas- oder Ölhändler und das Auto fährt mit Benzin aus der Tankstelle. Umgekehrt mussten die Energienutzer ebenfalls in einer Einbahnstraße Geld an die Konzern bezahlen.
    Durch Prosumer der eigenen Energieherstellung ändert sich jetzt dieses System. Je mehr Prosumer im Markt tätig sind, umso weniger Kunden = Geld = Macht haben die bisherigen Konzerne.
    Diese Energiewende von unten hat zunächst nichts mit „Energiedemokratie“ gemeinsam. Denn der Antrieb komm überwiegend von den erheblichen Kosteneinsparungen der Prosumer.
    Die „Energiedemokratie“ kommt erst dann zum Einsatz, wenn sich BewohnerInnen, Gewerbe, kommunale Verwaltung, alle anderen EnergienutzerInnen in den drei Sektoren Strom, Wärme und Mobilität möglichst zu einer Energiegenossenschaft zusammenschließen und gemeinsam mit dem Energieversorger vor Ort die lokale erneuerbare Energieversorgung in Ihrer Energiezelle organisieren – siehe VDE-Studie https://www.vde.com/de/presse/pressematerial/pressemappen/studie-zellulare-ansatz - Der Zellulare Ansatz – VDE-Studie von 2015
    Dies hat den ganz großen Vorteil, dass sich analog einem ökologischem Gleichgewicht ein energetisches Gleichgewicht einstellt. Denn das energetisches Angebot harmonisiert mit der Nachfrage über das ganze Jahr. Speicherlösungen sind selbstverständlich im Energiezellenkonzept berücksichtigt. Dadurch bieten sich sogar Lösungen für erneuerbare Winterenergie an.

    • damian 31.01.2020 13:22

      Der link funktioniert leider nicht. Hier nochal ein anderer zum zellularen Ansatz. Ich würde vorschlagen, die technische Umsetzung dieser Idee in einen Maßnahmentext ("zellulare Energiesysteme" o.ä.) zu schreiben und den Aspekt der Demokratisierung in anderen Maßnahmen zu behandeln und darauf zu verweisen.
  • Steffen_K 03.02.2020 12:20

    Bzgl. der Prozentangaben: Bitte berücksichtigt, dass bei den meisten Grafiken, Tabellen und Prozentwerten, die publiziert werden, die Emissionen aus der Landnutzung (LULUCF) und die Emissionen aus den internationalen Verkehren (Flug- und Schiffsverkehr) nicht berücksichtigt sind. Wenn man die berücksichtigt liegen die Gesamtemissionen 2017 nicht bei 906, sondern bei 891 und wenn man nur die internationalen Verkehr berücksichtigt bei 927. (Nachzulesen im Bericht den das Umweltbundesamt an die EU schickt: https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/berichterstattung-unter-der-klimarahmenkonvention-4 Ist aber ein 1000-Seiten-Dokument). Das liegt daran das LULUCF den Wald beinhaltet, der Emissionen "schluckt". Dementsprechend ändert sich der Anteil des Energiesektors. Weiterhin muss geklärt werden, was Energiesektor meint. Meistens sind damit öffentliche Kraftwerke gemeint, die Gas, Kohle und Müll verbrennen und damit Strom und Fernwärme erzeugen. Strom wird aber z.B. auch in Industriekraftwerken erzeugt, die zählen in der Bilanz meistens zu Industrie. Wenn die Industrie zukünftig mit erneuerbarem Strom versorgt werden soll, muss der Strombedarf, der heute durch die Industriekraftwerke gedeckt wird, auch von öffentlichen bzw. "energiedemokratischen" Anlagen mitgedeckt werden.
    • damian 03.02.2020 14:52

      Stimmt. Ich werde die Daten diesem Bericht anpassen. Die Formulierung oben war auch etwas uneindeutig. Ich werde überall die Formulierung "Energiewirtschaft" verwenden, damit klar ist, dass in den genannten Daten z.B. keine Industriekraftwerke berücksichtigt sind.
  • moses 16.02.2020 13:37

    note
    bisher nur Stromnetz berücksichtigt, was ist mit der Gesamtheit Primärenergie?


    Total richtig! Neben Strom gibt's ja auch noch Verkehr und Wärme. Das UBA dazu:

    "Bereitstellung von Primärenergieträgern (z.B. Erdöl und Kohle) und ihre Umwandlung in Nutzenergie (z.B. Elektrizität und Wärme) verursacht Emissionen. Bei der Verbrennung fossiler Energieträger entstehen vor allem Kohlendioxidemissionen. Der Energiesektor ist mit circa 84,9 Prozent im Jahr 2016 die größte Quelle anthropogener Treibhausgasemissionen, dies beinhaltet die energetischen Emissionen der Industrie mit ca. 14 Prozent Anteil an den Gesamtemissionen."

  • moses 16.02.2020 13:39

    note
    In der Energiewirtschaft wurden im Jahr 2017 deutschlandweit 308 Millionen Tonnen CO2 emittiert.


    Das betrifft nur den Stromsektor, oder? Weil wenn Wärme, Verkehr und Industrie hinzukommen (auch "Energie"), dann sind es laut UBA 85% der Anthropogenen Emissionen und nur ein sehr kleiner Anteil daran Regenerativ: Laut BMWi nämlich nur knapp 14 %, d.h. über 86 % sind fossil (Daten für 2018).
    Quelle: https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Infografiken/Energie/Energiedaten/Energiegewinnung-und-Energieverbrauch/energiedaten-energiegewinnung-verbrauch-03.html

    • dg 17.02.2020 19:00

      Genau, aber Verkehr wird ja von der Mobilitätsgerechtigkeit behandelt und Industrie von ReProKo, insofern halte ich es für berechtigt, diese hier auszuklammern. Wobei natürlich auch nicht in allen Bereichen beschrieben werden soll, was Photovoltaik ist. Das fällt dann wohl in diesen hier. Und Wärme bleibt natürlich auch der Energiedemokratie (mit Überschneidung zu WoRaPla) überlassen.
  • Steffen K 18.03.2020 17:41

    note
    CO2


    Hier sind glaube ich Treibhausgase nicht CO2 gemeint?

  • Steffen K 18.03.2020 19:25

    note
    jedoch ist eine Reduzierung des Energieverbrauchs unvermeidbar


    Energieeinsparung ist unvermeidbar. Stimmt, ergänzend: Dies gilt insbesondere, 1. da es theoretisch zwar möglich ist, sehr große Mengen an erneuerbarer Energien zu produzieren, es aber mehr als fragwürdig ist, ob die notwendigen Ausbauten in schneller Zeit abgeschlossen werden können, da die Planungs- und Bauprozesse in Deutschland sehr lange brauchen. Zumindest für die Übergangszeit ist Energieeinsparung also die einzige Möglichkeit das Restbudget zu schonen. 2. Der Ausbau der Erneuerbaren braucht Rohstoffe. Wenn man den anderen Ländern die Möglichkeit lassen will ebenfalls Erneuerbare zu bauen, darf Deutschland nicht zu viele Rohstoffe beanspruchen. Vergleiche die RESCUE-Studie vom Umweltbundesamt 2019: https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/376/publikationen/rescue_studie_cc_36-2019_wege_in_eine_ressourcenschonende_treibhausgasneutralitaet.pdf

  • Steffen K 18.03.2020 19:30

    note
    Die dadurch entstehenden Einbußen in der Stromerzeugung können teilweise durch den Ausbau erneuerbarer Energien abgefangen werden


    Hier würde ich nochmal klarer zwischen Strom und Energie differenzieren. Z.B. sparen Elektroautos gegenüber Verbrennern Energie weil sie effizienter sind, aber sie lassen den Strombedarf steigen. Wenn man die anderen Sektoren umstellen will (Elektrifizierung im Verkehr, Wärmepumpen bei Häusern und Elektrifizierung von Industrieprozessen wie Stahlherstellung) wird der Strombedarf gegenüber heute eher steigen, auch wenn der Gesamtenergiebedarf sinkt. Ich finde es daher etwas irreführend zu sagen, dass die Einbußen teilweise ersetzt werden können. Denn sie müssen vollständig ersetzt werden und darüber hinaus noch, ansonsten ist es nicht möglich die anderen Sektoren umzustellen.

  • Steffen K 18.03.2020 19:34

    note
    Ebensowenig der zwischenzeitliche Stromimport, da die Nachbarländer Deutschlands größtenteils noch langsamer im Ausbau erneuerbarer Energien sind.


    Dies widerspricht dem, was ihr bei der Maßnahme Kohleausstieg schreibt.

  • Steffen K 18.03.2020 19:36

    note
    ollektiv organisierte und dezentrale Energieversorgung auf der Basis erneuerbarer Energien.


    Als Beispiel für einen solchen Ansatz siehe: https://www.vde.com/resource/blob/1884494/98f96973fcdba70777654d0f40c179e5/studie---zellulares-energiesystem-data.pdf Für eine Diskussion der Vor- und Nachteile regionalisierter Stromerzeugung siehe: https://www.oeko.de/fileadmin/oekodoc/Meta-Studie-Dezentralitaet-Regionalisierung-und-Stromnetze.pdf Ich würde vielleicht schreiben für eine ÜBERWIEGEND dezentrale Energieversorgung. Rein dezentral ist insofern schwierig als z.B. der Offshore-Windstrom keine Abnehmer hat und in den großen Städten und Industriezentren einfach nicht genug Energie produziert werden kann.

  • Steffen K 18.03.2020 19:44

    note
    kollektiv ausgehandelten Bedarf


    Das kann ich mir nicht vorstellen. Vielleicht könntet ihr hier ausführen, wie das gehen soll?

  • Steffen K 18.03.2020 19:52

    note
    Energie


    "öffentliche Strom- und Fernwärmeversorgung" statt "Energieversorgung".

  • Steffen K 18.03.2020 19:53

    note
    Energieerzeugung


    (Strom und Fernwärme)

  • Gastivists und Fabi 03.04.2020 18:26

    note
    der rasche Ausstieg aus fossilen Energieträgern, insbesondere aus der Nutzung von Braunkohle


    Wir ihr hier richtig schreibt, benötigen wir den raschen Ausstieg aus fossilen Energieträgern. Dazu gehört auch der Ausstieg aus fossilem Gas (welcher außerdem kein Einstieg in synthetisches Gas bedeuten darf). 100% Erneuerbare sind möglich*!

    Weitere Informationen dazu findet ihr in unseren anderen Kommentaren.
    Ihr könnt uns auch gerne kontaktieren:

    fpr um wip.tu-berlin.de
    gastivists-berlin um riseup.net

    -https://www.ise.fraunhofer.de/content/dam/ise/de/documents/publications/studies/studie-100-erneuerbare-energien-fuer-strom-und-waerme-in-deutschland.pdf
    -http://energywatchgroup.org/wp-content/uploads/2018/12/EWG-LUT_Full-Study_Energy-Transition-Europe.pdf
    -https://www.researchgate.net/publication/326370065_Emission_Pathways_Towards_a_Low-Carbon_Energy_System_for_Europe_-_A_Model-Based_Analysis_of_Decarbonization_Scenarios

Sprache umstellen