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Kommentare

  • Hella 14.11.2019 14:04

    Welche Heisstoffe sind möglich? Solarthermieanlagen nicht überall möglich. Geothermie und Heizstoffe wie Holz, Holzpellets haben auch negative Effekte und sind noch nicht in der Menge verfügbar
  • ScientistFFM 28.01.2020 15:48

    Die Frage betrifft nicht nur Heizzwecke, sondern auch die Warmwassererzeugung.
    Jedes Haus ist ein Unikat. Selbst ein Reihenhaus mit mehreren Hauseinheiten ist energetisch gesehen nicht mit pauschalen Definitionen vergleichbar.
    Zu den unterschiedlichen Ergebnissen führen:
    - Anzahl der Bewohner, deren Aufenthaltsdauer in der Wohnung, Freizeit-, Unterhaltung- und Hobbyverhalten, Konsum- und Essgewohnheiten
    - Stromverbrauch / Heizverhalten, persönliche Bedarfsprozesse (Krankheit, Kleinkinder, Treppenlift usw.)
    - durchgeführte Energiesparmaßnahmen innen und außen
    - Wartungsintervalle / Neuinstallation bestehender Heizungsanlagen
    - vorhandene / fehlende Gasleitungen
    - und noch sehr viel mehr individuelle Parameter.
    Die Frage vom Nutzen von umweltgerechten Heizstoffen kann aber trotzdem exakt beantwortet werden:
    Solange unnatürlich erzeugtes CO2 real eingespart wird, ist jeder Brennstoff nützlich. Wieviel Einsparpotentiale vorhanden sind kann sowieso nur eine Energiewendeberater berechnen.

  • Steffen K 19.03.2020 13:19

    Grundsätzlich gibt es folgende Optionen für "umweltgerechte" Heizungen, die alle Vor- und Nachteile haben:
    1. Solarthermie und Sonnendirekteinstrahlung (große Fenster, dunkle Wände usw.) Vorteil: An vielen Orten möglich; relativ günstig; vergleichsweise geringer Rohstoff-Einsatz. Nachteil: Flächenkonkurrenz zu Photovoltaik; die Zeiten von Wärme-Erzeugung und -Verbrauch überlappen sich oft nicht
    2. Synthetisch auf Basis von erneuerbarem Strom hergestellte Brennstoffe: Grüner Wasserstoff und/oder E-Brennstoffe (E-Methan, "Sonnenöl" etc.) Vorteil: Die alten Heizungen können weitergenutzt werden. Die Brennstoffe lassen sich gut lagern (im Gegensatz zu Strom oder Wärme). Nachteil: Zur Erzeugung der Brennstoffe sind riesige Energiemengen notwendig.
    3. Holz-Heizungen (Holz, Pellets) Vorteil: Lässt sich gut lagern; per definitionem klimaneutral, da das freigesetzte CO2 in der Wachstumsphase vom Holz gebunden wurde. Nachteil: Holz ist nur begrenzt verfügbar und kann an anderen Stellen (z.B. als Bauholz) besser genutzt werden.
    4. Biogas (über Fern- und Nahwärme-Netze). Vorteil: gilt als klimaneutral Nachteil: Ist es nicht wirklich. Z.B. kommt es bei den Anlagen zu Methanschlupf, sodass Biogas teilweise nicht viel besser ist als Erdgas. Der Anbau von Energiepflanzen ist schädlich für Böden usw. Sinn macht es Biogas-Anlagen mit Reststoffen wie Gülle, Stroh, Bioabfällen zu betreiben. Die stehen aber nur begrenzt zur Verfügung, vor allem wenn Lebensmittel-Wegwerfen, Tierhaltung usw. zurückgehen soll.
    5. Geothermie Vorteil: Im Boden vorhandene Warmwasser-Ströme werden angezapft. Verursacht kein CO2. Nachteil: Nur in einigen Regionen möglich; es müssen umfangreiche Bohrungen vorgenommen werden
    6. Abwärme (über Fernwärme-Netze): viele Industrieprozesse (z.B. Stahl-Herstellung) oder Wirtschaftseinrichtungen (Rechenzentren) produzieren in großem Maße Abwärme. Diese kann genutzt werden. Vorteil: Die Wärme fällt ohnehin an. Nachteil: Das Bauen von Fernwärme-Netzen ist teuer; die Wärme-Produktion unterliegt Konjunktur-Schwankungen
    7. Müll-Verbrennung (in Kraftwerken, über Fernwärme wird die Wärme in Häuser geleitet). Vorteil: Wärme fällt ohnehin an. Nachteil: Müll-Verbrennung ist nur klimaneutral, wenn der Müll biogen ist; begrenzte Verfügbarkeit
    8. Wärmepumpen (dezentral und Groß-Wärmepumpen zentral) und Tauchsieder, betrieben mit erneuerbarem Strom. Vorteil: energieeffizient, klimaneutral. Nachteil: Idealerweise sollten die Häuser gedämmt sein, bevor man eine Wärmepumpe einbaut, denn sonst ist die Wärmepumpe überdimensioniert, wenn das Haus später doch saniert wird; In ungedämmten Häusern sinkt der Wirkungsgrad von Wärmepumpen; der Einsatz von Wärmepumpen ist in verdichteten Gebieten (Innenstädte z.B.) nicht immer möglich, weil kein Platz ist und/oder die Geräuschbelastung relativ groß ist; der Strombedarf ist im Winter groß und übersteigt ggf. die Erzeugung (Stichwort: Kalte Dunkelflaute, also eine Situation in der es weder Wind- noch Sonnenstrom gibt).

    Auf Grund der begrenzten Potentiale der meisten oben genannten Möglichkeiten, ist es wichtig den Energiebedarf so weit wie möglich zu senken. Die meiste Wärme wird in Zukunft wahrscheinlich erzeugt durch Wärmepumpen, Solarthermie und ggf. Wasserstoff-BHKW, da diese Flexibilität schaffen (Wasserstoff ist lagerbar und kann daher auch in der Dunkelflaute eingesetzt werden).

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