Lade...
 

Kommentare

  • Andy 04.12.2019 11:30

    Die kausale Verbindung zwischen dem Klimawandel und dem großen Eigentum sieht wie folgt aus:
    Gier der Eigentümer des ökonomischen Systems
    ==>
    Wachstum der Wirtschaft (ermöglicht durch die Gier der Konsumenten, unser aller Gier)
    ==>
    unwiderruflicher Verbrauch der Natur (der Klimawandel ist nur ein Nebeneffekt der Zerstörung der Natur durch unsere Zivilisation)

    Damit ist unsere Gier die eigentliche Ursache des Klimawandels.

    Und wo kommt die Gier her? Sie ist ein zwingendes, einzig logisches Ergebnis unserer Denkweise. Solange wir die Vermehrung von Eigentum, Anhäufung von Sachen, Vermeidung von körperlicher Anstrengung als das Meistanstrebenswerte betrachten, wird die Gier unsere Welt regieren. Der Klimawandel, die Zerstörung der Natur, ist ein Resultat unserer Lebensziele. Hier müssen wir ansetzen. Die eigentlichen Fragen sind also:
    Worin sehen wir unser Lebensziel? &
    Wie wollen wir in der Zukunft leben?

    Umverteilung alleine verändert diese kausale Kette in keiner Weise. Sie verschiebt lediglich das Eigentum, die Sachen und den Grad der Bequemlichkeit, die wir uns leisten, innerhalb der Gesellschaft. Die Klimakatastrophe und die alle anderen Katastrophen kommen so sicher wie das Amen in der Kirche. Sie sind zwingender Output der Systems, dass wir geschaffen haben.

    Erlaubt mir, bitte, diese allgemeine Anmerkung: Der Klimaplan von unten ist eine wunderbare Idee, weil wir Änderungen nur von unten anstoßen und durchführen können, und jeder kann etwas dafür tun, seinen ökologischen Fußabdruck zu verkleinern.
    Die Frage ist nur, ob wir nicht von Anfang an größer denken müssen. Sonst kann es passieren, dass wir alle viele wunderbare Sachen getan haben und die Zivilisation trotzdem unseren Planeten zerstört.

    • TWA 04.12.2019 12:50

      Andy erklärt alles aus der Gier der Menschen. Aber woher kommt die Gier? Da menschliches Handeln immer begründet ist, ist auch gieriges Handeln irgendwie begründet. Wir müssen also nach den Gründen suchen, warum Menschen gierig sind. Klimakrise etc. mit Gier zu erklären, ist daher verkürzt. Warum macht es Sinn, gierig zu handeln? Hier müssen die Lebensumstände in den Blick genommen werden, weil sich darauf Gründe immer auch beziehen. Neben den Lebensumständen, beziehen sich Gründe auf meine Bedürfnisse. Als "erstes Lebensbedürfnis" (Holzkamp, 1983) gilt Handlungsfähigkeit! Daher sind Eigentumsverhältnisse problematisch, weil meine Freiheit/Handlungsfähigkeit im Kapitalismus größer wird, je weiter meine Verfügung über Eigentümer wird, von denen ich zwangsläufig innerhalb dieser Logik Menschen ausschließen muss. Deswegen macht Gier im Kapitalismus subjektiv Sinn. Und die Gier wird sinnlos, sobald wir post-kapitalistische Lebenbedingungen haben (Commons?). Soweit
      • Andy 05.12.2019 11:51

        Ja, die Gier (in ihrer sozialen Dimension) resultiert aus dem heutigen System - hier sind wir einer Meinung. Deswegen werden wir nachhaltig leben nur, wenn wir sie aus dem Kern unserer Wirtschaft und Gesellschaft entfernen und durch die Vernunft, Rücksicht und Verantwortung ersetzen. Dazu gibt es ein wunderbares Buch „Redesigning Civilization, Wie erschaffen wir die westliche Zivilisation neu?“ von Alan P. Stern.
        Aber dann sind wir uns einig, dass, ohne das gesamte System zu verändern und ohne unser heutiges Denken in Frage zu stellen, die Natur (und damit das Klima) nicht zu retten ist. Das ist das, was ich angeregt habe.
        Es ist natürlich schwieriger, als über Einzelaspekte, wie Energiegewinnung oder Mobilität, zu sprechen. Aber unabdingbar. Wie man das angeht, weiß auch noch nicht. Was aber sicher ist, dass man mit dem Umbau nur weiterkommt, wenn möglichst viele von uns sich darüber im Klaren werden. Auf jeden Fall brauchen wir eine Diskussion darüber.
        LG
        Andy

  • Andy 09.12.2019 08:40

    Mir ist nicht ganz klar, wie die einzelnen Ideen entwickelt werden. Schreiben wir Kommentare und der Moderator übernimmt Teile davon in die Struktur eines Planes?

    Wir müssen als Gesellschaft aus unserer Betäubung aufwachen. Die gerechte1komma5 ist eins der Mittel dafür. Wenn man aber viele Menschen, die Gesellschaft also, mobilisieren möchte, braucht man eine simple Botschaft zu einem Thema, das alle unmittelbar betrifft. Klimawandel hat sich als ein solches Thema erwiesen. Hoffentlich wird aus der Mobilisierung für das Klima eine organisierte Bewegung entstehen. Um eine Systemveränderung zu bewirken, braucht man mehr, als ab und zu auf die Straße zu gehen.

    Wenn es um die Eigentumsverhältnisse geht, geht es um Geld, viel Geld. Das Geld vermehrt sich, wenn es als Kapital im Wirtschaftssystem eingesetzt wird. Die Wirtschaft ist nur das Instrument.
    Wir haben keinen Zugang zu den Märkten des Spekulationskapitals, aber wir alle nehmen teil an der Wirtschaft. Hier können wir also ansetzen, um das System zu verändern.

    Der wirtschaftliche Prozess hängt völlig von unserem Konsumverhalten ab. Wenn ein Unternehmen etwas produziert, das nicht gekauft wird, geht es Pleite und damit das Spekulationskapital dahinter. Ergo, wir bestimmen mit unserem Kaufverhalten, wer das große Geld verdient und wie viel. Oder auch nicht.
    Wir können die Wirtschaft, die unsere natürliche Lebensgrundlage zerstört oder gesellschaftliche Spannungen irgendwo in der Welt produziert, völlig verändern, wenn nur genug viele von uns, das Konsumverhalten ändern.
    - Wenn wir Bioprodukte kaufen, tragen wir zur Erhaltung intakter Ökosysteme bei.
    - Wenn wir lokal hergestellte Produkte kaufen, schützen wir das Klima und sorgen für den Wohlstand unserer eigenen Gesellschaft, anstelle nur die Profite der Eigentümer aufzublähen.
    - Wenn wir keine US-amerikanischen Produkte kaufen, nehmen wir den zynischen Demagogen dort den Wind aus den Segeln.
    - usw., usw.

    Das Schöne an dieser Idee ist, dass sie innerhalb des existierenden Systems grundsätzliche Veränderungen bewirken kann. Wir müssen nicht darauf warten, dass die Eigentumsverhältnisse verändert werden, dass das politische System umgebaut wird, dass das geltende Recht revidiert wird… Wir können ganz einfach und ganz konkret und mit den Mitteln, die uns sowieso zur Verfügung stehen, das existierende System verändern.

    Also, lass uns eine Bewegung des bewussten Einkaufens starten!

    Und wisst Ihr was? Diese Bewegung wird eine Basis schaffen, auf der neue politische Parteien entstehen können. Sie kann letztendlich dazu führen, dass sich das System ändert. Und mit ihm auch die Eigentumsverhältnisse.

  • Write-In ReProKo 08.02.2020 14:03

    Demokratisierung der Wirtschaft und Ausschaltung des Prinzips der Profitmaximierung

    - kapitalistische Wirtschaft basiert auf Konkurrenz, die zu immer günstigerer Produktion zwingt; Ziel der Produktion muss immer Profit sein -> um ein neues Ziel der Produktion festzusetzen, muss dieses Prinzip ausgeschaltet werden -> dafür Veränderung der Eigentumsvethältnisse nötig-> Konzerne in Besitz der Gesellschaft statt Einzelnen -> demokratische Entscheidung über Produktion an den Interessen der Gesellschaft (Klimaschutz, Soziales) statt an denen Einzelner (Maximierung des Profits)

    -Überführung der Konzerne in öffentliches Eigentum
    - demokratische gesamtgesellschaftliche Entscheidung über Inhalt der Produktion
    -demokratische innerbetriebliche Entscheidung über Art der Produktion

Sprache umstellen