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CO2-reduzierende Fördersysteme

Was ist das Problem?

Es ist wissenschaftlich abgesichert, dass wir nur noch knapp neun Jahre Zeit haben, um die Hebel umzulegen 1, das heißt, dass wir im Jahr 2035 mit der Umstellung der fossilen Wirtschaft zu erneuerbaren Energien fertig sein müssen.

"Energetische Sanierungen“, die lediglich fossile Brennstoffe einsparen, sind die unwirtschaftlichsten Maßnahmen, die es gibt. Unter Laborbedingungen erreichen diese durchschnittlich 25 % Einsparung (fossile Brennstoffe) für eine Einzelmaßnahme, wie zum Beispiel der Umstieg auf Brennwerttechnik oder eine Außenwanddämmung 2.

Selbst wenn 40 % oder mehr erreicht werden bedeutet dies im Umkehrschluss, dass mindestens 60 % weiter fossile Brennstoffe verbrannt werden müssen, meist länger als 10 Jahre.

Ein weiterer negativer Aspekt ist die Tatsache, dass bereits heute schon nach einer alten, klassischen Einspaarmaßnahme, die Investoren/HausbesitzerInnen schon nach wenigen Jahren mehr für Energie bezahlen, als vor der "Sanierung".

Die Sanierungsquote im Gebäudebestand muss weit über 6 % pro Jahr liegen. Denn wir haben keine Zeit mehr.

Die bisherigen Fördergrundlagen, wie der aktuelle Energiezielwert kWh/m2 im Jahr für energetische Förderungen im Gebäudebestand, hat seit Jahren keine Steigerung der Sanierungsquote im Gebäudebestand erreicht. Sie ist sogar negativ. Der Zielwert als Kriterium zur Auszahlung von Fördergelder verhindert die → Energiewende im Gebäudebereich. Wichtige CO2-Potentiale werden unnötigerweise verschwendet.

Daher müssen die Förderkriterien für energetische Sanierungen komplett neu umstrukturiert und auf reale CO2-Einsparungen, bzw. Steigerung der Sanierungsquote > 6  % umgestellt werden.


Was ist die Maßnahme?

Konsequenz: der alte Leitwert kWh/m2 im Jahr muss abgelöst werden. Idealerweise mit einem Umstieg zu Förderungen verbunden, die an eine CO2]-Einsparquote pro Gebäude zwingend gebunden sind.

Positiv hierbei ist: Bei entsprechend niedrigen Mindestvolumen (beispielsweise > 60 % CO2-Einsparquote pro Gebäude) rechnen sich Ölheizungen und Erdgasheizungen nicht mehr. Mit erneuerbaren Kombianlagen (Photovoltaik/Stromspeicher und erneuerbare Heizungen/Wärmespeicher mit Steuerungen) können E-Fahrzeugen aufgeladen werden. Auch hier bringt eine Umstellung auf CO2-Förderung viel. Fördergelder für E-Fahrzeuge sind nur auszahlbar, wenn beispielsweise der Ladestrom CO2-frei erzeugt wurde. Bei Ökostromanbieter (100%) ist dies der Fall. Damit werden auch gleichzeitig Schmutzstromer mit Kohle und Atom aus dem Markt gedrängt.


Wie kann die Umsetzung aussehen?

Es ist nicht mehr nachvollziehbar, warum sich Politik und Gesellschaft mit einer niedrigen CO2-Einsparquote von durchschnittlich 30 % (oder weniger) für fossile Brennstoffe und NULL Watt für Strom zufriedengeben sollen.

Wird eine erneuerbare Energieanlage mit Photovoltaik/Stromspeicher und erneuerbare Heizung mit Wärmepuffer(schicht)speicher sowie einer wirkungsvollen Steuerung eingebaut, muss kein Öl oder Erdgas mehr verbrannt werden.

Konsequenz: Es müssen nie wieder Öl oder Gas verbrannt werden und die CO2-Einsparquote beträgt bei der Heizung 100 %. Die Photovoltaikanlage bringt meist mehr als 50 % weniger Haushaltsstrom, was im Strommix drastische Reduzierungen von CO2, Kohle und Atommüll bedeutet. Lediglich der zusätzliche Winterstrom wird in der Bilanz dazu addiert.

Im gleichen Gebäude sind bis zu 100 % fossile Brennstoffe und > 50 % beim Strom (GLEICHZEITIG im gleichen Gebäude) durch erneuerbare und finanzierbare Energiesysteme schon längst in Gebäuden installiert und in Betrieb.


Wie wird damit dem Klimawandel entgegen gewirkt?

Im Wohnungsbestand existieren ca. 13 Mio. 1-2 Familienhäuser und 2,7 Mio. Mehrfamilienhäuser 3.  Viele dieser Häuser sind älter als 25 Jahre, inklusive deren Heizungsanlagen. Schätzungen gehen von ca. 70% aus, wo dringender Sanierungsbedarf der Heizungen besteht.  Für viele Nicht-Wohngebäude mit Heizungen wie Bürogebäude, Gaststätten, Gewerbe, Kirchen, Bürgerhäuser, Rathäuser usw.  besteht selbstverständlich auch ein großer Sanierungsbedarf.


Welche anderen Effekte hat die Maßnahme?

Bis zu 100% kein Import-Öl / Erdgas pro Gebäude mehr bedeutet eine spürbare Entlastung der Umwelt und der Heizkosten.  Da Heizen ca. 70% der gesamten Gebäudeenergie ausmacht (mit Kfz ca. 50%) verstärken sich nicht nur die Reduktionsraten, sondern auch die Energiekosten. Auch bei Kreditrückzahlungen und/oder Finanzierungen ergeben sich positive Effekte, da sich die Amortisationszeiten trotz minimal höherer Investitionssumme wesentlich verkürzen. Dies ist ein wesentlicher Faktor für Wirtschaftlichkeitsberechnungen.

Wenn die Bundesregierung nur auf steuerliche Anreize setzt, keine umfassende → Energiewendeberatungen fördert oder die bisherigen Einspaarmanahmen nach dem alten Leitwert weiter in Kraft lässt, wird die Pariser Klimaschutzziele niemals erreichen.


Wie schnell kann die Maßnahme umgesetzt werden?

Kommunen, Städte, Kreis, Bundesländer, aber auch private/öffentlich-rechtliche Institutionen können eigene CO2-Förderprogramme auflegen und ggf. privat finanzieren. Dies funktioniert über Crowdfunding, Crowdfinancing, Contracting, Leasing oder günstige Kredite von Privat/nicht kommerziellen/staatlichen Finanzierungsquellen. Daher können viele Projekte mit bisher unmöglicher Finanzierung jetzt schnell realisiert werden. Ein Problem für eine zielgerichtete Umsetzung besteht allerdings in der Ausführung durch qualifizierte Handwerker.


Wie lang dauert es, bis die Maßnahme Wirkung zeigt?

Ohne gleichzeitig Ausbildung für eine ausreichende Anzahl von Handwerker besteht sogar die Gefahr, dass die Klimaziele nicht rechtzeitig erreicht werden.


Probleme sozialer, globaler oder Generationengerechtigkeit

Prosumer wirken mehrfach positiv auf soziale Gerechtigkeiten. Denn durch die drastische Reduzierung der bisherigen 100%-gen Abhängigkeit der Energieversorger (Strom, Öl/Gas /Benzin/Diesel) verlieren die alten zentralistisch aufgebauten Konzerne Umsatz und damit Macht. Die Investoren können Energie untereinander über Speicher/Energieleitungen austauschen/verrechnen und die → Energiewende von unten damit selbst einleiten.

Lokale Energieversorger generieren durch eine dezentrale, auf Prosumer aufgebaute → Energiewende neue Geschäftsfelder und verdienen in der Summe mehr, als vor der Zeit, in der nur Energieerzeugung, Lieferung und Rechnungsstellung das operative Geschäft bedeuteten.


Weiterführende Literatur, Quellen



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