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Glossar

AGRARÖKOLOGIE

bezeichnet eine soziale Bewegung, wissenschaftliche Disziplin und landwirtschaftliche Praxis. Sie vertritt eine Landwirtschaft, die an natürliche Gegebenheiten und Kreisläufe sowie an lokale Bedürfnisse angepasst ist. Traditionelles und lokales Wissen werden dabei mit modernen wissenschaftlichen Methoden verknüpft.1
AgrarpolitikBiodiversitätkonventionelle Landwirtschaft

AGRARPOLITIK

ist die Gesamtheit der staatlichen Maßnahmen zur Regelung und Förderung der Landwirtschaft. Die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der Europäischen Union gehört zu den ältesten und finanziell bedeutendsten Politikfeldern der EU.2
Agrarökologiekonventionelle Landwirtschaft

ANOMISCH

ist der Zustand fehlender oder schwacher sozialer Normen, Regeln und Ordnung.

AUTOSEPSIS

als Prozess der Selbsterschaffung und -erhaltung eines Systems.
Ökosystem

AQUATISCHE ÖKOSYSTEME

sind allgemein alle Ökosysteme mit Wasser. Dabei handelt es sich in der Regel um Flüsse und Seen des Festlandes, aber auch um Meere.
Ökosystem

BASISDEMOKRATIE

ist eine Form von Demokratie (griech. „Herrschaft des Volkes“) und verfolgt das Ziel der Basis einer Gesellschaft die Entscheidungsmacht zu geben. In der Basisdemokratie werden Beschlüsse direkt von einer Gruppe gleichberechtigter Individuen festgesetzt. Ein wichtiges Prinzip in vielen basisdemokratisch organisierten Verbänden ist der → Konsens.3

BEDINGUNGSLOSES GRUNDEINKOMMEN

ist ein Konzept, in dem jeder Mensch gleichberechtigt ein Einkommen erhält, von dem ein gutes Leben (→Buen Vivir) geführt werden und grundlegende Bedürfnisse gedeckt werden können. Somit wird es möglich, dass Menschen unabhängig von ihrer Entlohnung Tätigkeiten nachgehen können.

BIODIVERSITÄT

wird auch biologische Vielfalt genannt. Es besteht aus drei Bereichen, die eng miteinander verbunden sind: Die Vielfalt der Arten, die genetische Vielfalt innerhalb der Arten und die Vielfalt der →Ökosysteme, zu der Lebensgemeinschaften, Lebensräume wie Wälder und Meere sowie auch Landschaften gehören.4
Ökosystem

BIP

ist die Abkürzung für das Bruttoinlandsprodukt. Dabei handelt es sich um ein Maß für die wirtschaftliche Leistung einer Volkswirtschaft in einem bestimmten Zeitraum. Es misst den Gesamtwert aller Güter, also Waren und Dienstleistungen, die in einem Jahr innerhalb der Landesgrenzen einer Volkswirtschaft hergestellt wurden und dem Endverbrauch dienen. 5

BODENDEGRADATION

bezeichnet die Verschlechterung der Bodenqualität bis hin zum totalen Verlust der ökosystemaren Dienstleistungen (z. B. der Humuskreislauf durch Mikroorganismen, Würmer, Pilze und Insekten) des Bodens. Das heißt, die Qualität des Bodens sinkt radikal ab, bis dieser schließlich “tot” ist, und die Fläche nicht weiter landwirtschaftlich genutzt werden kann, beziehungsweise auf dieser Erde schlicht nichts mehr wächst.6
Ökosystemkonventionelle Landwirtschaft

BUEN VIVIR

bedeutet das „Gute Leben“ und ist ein südamerikanisches Konzept. Es zeichnet sich aus durch Gleichgewicht mit der Natur, die Reduktion von sozialer Ungleichheit, eine solidarische Wirtschaft und eine pluralistische Demokratie mit neuen Räumen zivilgesellschaftlicher Partizipation und ist eine systemkritische Antwort auf das westliche Entwicklungsdenken der letzten Jahrzehnte.7
CommonsBedingungsloses Grundeinkommen

BRUTTOSTROMVERBRAUCH

ist die Summe der gesamten inländischen Stromerzeugung (Wind, Wasser, Sonne, Kohle, Öl, Erdgas und andere), zuzüglich der Stromflüsse aus dem Ausland und abzüglich der Stromflüsse ins Ausland.

CARE-ARBEIT

ist ein Oberbegriff für Tätigkeiten des Kümmerns (Care) um andere Personen. Dies beinhaltet Aufgaben im Haushalt wie Kochen und Wäsche waschen, die Betreuung von Kindern, Pflege von alten Menschen o.ä. Care-Arbeiten werden in unserer momentanen Gesellschaft primär von Frauen ausgeführt.8
CommonsBedingungsloses GrundeinkommenFeminismus

CHEMISCH- SYNTHETISCHE DÜNGER

werden mit hohem Energieeinsatz erzeugt. In der → konventionelle Landwirtschaft entfällt der größte Teil des Energieverbrauchs auf die Produktion dieser Düngemittel. Zur Erzeugung von einem Kilo Stickstoff werden etwa zwei Liter Erdöl verbraucht.

COMMONS

sind eines der Grundprinzipien der solidarischen Lebensweise. Commons sind materielle und soziale Güter, Dienstleistungen und Ressourcen, die Menschen zum Leben brauchen und die gemeinschaftlich erzeugt, erhalten und genutzt werden. Dieser Prozess nennt sich Commoning (Gemeinschaften). Commons gehören nicht einem Menschen als Privateigentum, sondern stehen allen Menschen gleichberechtigt zur Verfügung. 9

CO2

ist die chemische Formel für das aus Kohlenstoff und Sauerstoff bestehende Molekül Kohlenstoffdioxid, auch als Kohlendioxid bekannt. Es ist neben Stickstoff, Sauerstoff und sogenannten Edelgasen ein natürlicher Bestandteil der Luft und ist eines der bedeutendsten → Treibhausgasemissionen. CO2 macht mit nur etwa 0,038 Prozent einen geringen Teil der Luft aus. Es hat aber in seiner Funktion als Treibhausgas eine wichtige Rolle für unser Klima: CO2 absorbiert einen Teil der von der Erde in das Weltall abgegebenen Wärme und strahlt diese zurück auf die Erde.10
EmissionenTreibhausgasemissionen

CO2-Äquivalent

oder auch CO2e bezeichnen eine Maßeinheit zur Vereinheitlichung der Klimawirkung der unterschiedlichen → Treibhausgase. Damit die Wirkung der verschiedenen Treibhausgase vergleichbar gemacht werden kann, wird die Erwärmungswirkung einer bestimmten Menge eines Treibhausgases über einen festgelegten Zeitraum (meist 100 Jahre) im Vergleich zu derjenigen von CO2 ausgedrückt. So hat z.B. Methan eine 28× größere Klimawirkung als CO₂, bleibt aber weniger lange in der Atmosphäre.

DEPENDENZTHEORIE

ist ein Oberbegriff für eine Mitte der 1960er Jahre ursprünglich in Lateinamerika entstandene Gruppe von in ihren Grundannahmen eng verwandten Entwicklungstheorien, die die Existenz hierarchischer Abhängigkeiten (Dependenzen) zwischen Industrie- (Metropolen) und Entwicklungsländern (Peripherien) betonen und die Entwicklungsmöglichkeiten der Dritten Welt durch dieses Hierarchieverhältnis als begrenzt sehen. 11
Globaler Süden

DEZENTRAL

kommt vom lateinischen de = von, weg und zentrum = sich in der Mitte befinden. In der Wirtschaft und Politik wird der Begriff genutzt, um ein System zu beschreiben, in dem die Verteilung von Gütern/ Menschen/ o.ä. nicht von einer Stelle oder Ort ausgehen, sondern sich auf mehrere Punkte aufteilt.

DIASPORA

bezeichnet die Existenz religiöser, nationaler, kultureller oder ethnischer Gemeinschaften in der Fremde, nachdem sie ihre traditionelle Heimat verlassen haben und mitunter über weite Teile der Welt verstreut sind.

EFFIZIENZ

beschreibt das optimale Verhältnis von Input und Output. Im → Kapitalismus bedeutet Effizienz häufig, dass möglichst wenig Zeit, Geld und Ressourcen für die Produktion eines Gutes verwandt wird. Dabei werden soziale und ökologische Kosten meistens außen vorgelassen. Das führt häufig zu einem Effizienzdruck, was bedeutet, das Zeit, Geld oder Ressourcen so sehr gekürzt werden sollen, dass dabei soziale und ökologische Schäden entstehen.

EGALITARISMUS

sind ideologische Bestrebungen Gleichheit in der Gesellschaft herzustellen. Solche ethischen, politischen, ökonomischen oder sozialpolitischen Positionen fordern beispielsweise die Gleichheit des persönlichen Besitzes oder Chancengleichheit für jedes Individuum in der Gesellschaft.

ELEKTROMOBILITÄT

oder auch E-Mobilität bezeichnet den Nutzen von elektrisch angetriebenen Fahrzeugen, wie z.B. E-Rollern, Elektroauto oder elektrischen Bahnen. Die Elektromobilität gilt als zentraler Baustein eines nachhaltigen und klimaschonenden Verkehrssystems auf Basis erneuerbarer Energien, wie es mit der → Verkehrswende angestrebt wird. 12
EmissionenEffizienz

EMANZIPATION

erfolgt, wenn Menschen oder Gemeinschaften ihre Selbstbestimmung, Teilhabe und Autonomie über das eigene Leben erhöhen und ihre Interessen eigenmächtig und selbstbestimmt vertreten können. Emanzipation bedeutet dementsprechend oft auch eine Befreiung aus der Abhängigkeit.
BasisdemokratieEgalitarismusFeminismus

EMISSION

kommt vom lateinischen („herausschicken, -senden“), im Deutschen Austrag oder Ausstoß, bedeutet allgemein Aussendung von Teilchen, Stoffen, (Schall)Wellen oder Strahlung in die Umwelt. Emissionsfrei bedeutet, dass keine Schadstoffe in die Umwelt ausgestoßen werden.
CO2TreibhausgasemissionenElektromobilität

ENERGIEWENDE

beschreibt die politische Strategie, von nicht-nachhaltigen, fossilen Energieträgern und Kernenergie auf nachhaltige Energien umzusteigen.
Bruttostromverbrauch

ERNÄHRUNGSSOUVERÄNITÄT

ist die selbstbestimmte Produktion von Lebensmitteln, ihre Träger*innen sind deshalb auch zuerst die → Produzent*innen und dann die → Konsument*innen.13
AgrarpolitikAgrarökologieSouveränität

EXISTENZGRUNDLAGE

beschreibt die grundlegenden (materiellen) Güter, die es zum Leben braucht.
Bedingungsloses Grundeinkommen

EXKLUSION

bedeutet wörtlich Ausschluss oder auch Ausgrenzung. Er beschreibt in der Bildungssprache den Umstand, dass jemand von einem Vorhaben oder einer Versammlung, von einer Gruppenzugehörigkeit oder aus gesellschaftlichen Zusammenhängen ausgeschlossen wird.

EXTENSIV


bedeutet im Allgemeinen „ausgedehnt, umfassend, in die Breite gehend“. Eine extensive Landwirtschaft wird, aber mit verhältnismäßig geringem Aufwand betrieben. Bei einer Extensiven Tierhaltung handelt es sich um eine Tierproduktion, bei der eine große Fläche für einen relativ geringem Viehbesatz bei geringer Nutzung anderer → Produktionsmittel genutzt wird. Sie ist das Gegenteil der intensiven Tierhaltung.

FEMINISMUS

ist vielfältig und unterscheidet sich. Grundanliegen aller feministischen Strömungen sind die Selbstbestimmung, Freiheit und Gleichheit für alle Menschen, die im öffentlichen wie auch im persönlichen Leben verwirklicht werden soll. Ihre Vielfalt bietet Ansätze und Potentiale für die Gestaltung des gegenwärtigen tiefgreifenden sozialen Wandel.14

FLÄCHENMORATORIUM

oder Baumoratorien ist ein vertraglich vereinbarter oder gesetzlich angeordneter Aufschub der Nutzung der Fläche oder der Baumaßnahme. Das Wort Moratorium kommt von dem lateinischen „morari“, was so viel heißt wie „verzögern, aufschieben“. Ein Moratorium ist einfach gesagt die Übereinkunft etwas vorher Beschlossenes erst mal zu unterlassen.

FLÄCHENVERSIEGELUNG

oder Bodenversiegelung bezeichnet das Bedecken des natürlichen Bodens durch Bauwerke des Menschen. Von Flächenversiegelung wird deshalb gesprochen, weil in den Boden von oben kein Niederschlag mehr eindringen kann und so viele der dort normalerweise ablaufenden Prozesse gestoppt werden.

FORDISMUS

ist eine nach dem ersten Weltkrieg etablierte Form der industriellen Massenproduktion.
Kapitalismus

GEBRAUCHSWERT

ist die gesellschaftliche oder individuelle Nützlichkeit eines Gutes, kann sich von Individuum zu Individuum unterscheiden, da Güter Bedürfnisse in unterschiedlichem Maße befriedigen können.
Suffizienz

GENOZID

wird auch als Völkermord bezeichnet und wird in der UN Konvention zur Verhütung und Bestrafung des Völkermordes als die absichtliche Tötung von Mitgliedern einer nationalen, ethnischen oder religiösen Gruppe definiert.15

GENTECHNIK

bezeichnet Verfahren, mit denen das Erbgut von Organismen künstlich verändert werden kann. Dabei kann zum Beispiel das Erbgut des Organismus neu kombiniert oder Teile des Erbguts eines anderen Organismus übertragen werden.16

GLOBALER SÜDEN

beschreibt Länder und Orte in einer weltweit benachteiligten gesellschaftlichen, politischen und ökonomischen Situation. Globaler Norden hingegen bestimmt eine mit Vorteilen bedachte, privilegierte Position (Bspw. Europa oder USA; → Privileg). Die Einteilung verweist auf die unterschiedliche Erfahrung mit → Kolonialismus und Ausbeutung, einmal als Ausgebeutete und einmal als Profitierende. Die Einteilung Süd und Nord ist zwar auch geografisch gedacht, aber nicht ausschließlich. Mit dem Begriffspaar wird versucht, unterschiedliche Positionen in einem globalen Kontext zu benennen, ohne dabei wertende Beschreibungen wie zum Beispiel „entwickelt“, „Entwicklungsländer“ oder „dritte Welt“ zu benutzen.
PrivilegImperialismusKolonialismus

GREEN NEW DEAL

bezeichnet allgemein Konzepte,mit denen eine ökologische Wende der → Industriegesellschaft eingeleitet werden soll. Am 11. Dezember 2019 wurde von der neuen Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen der Grüne Deal der EU vorgestellt. Ziel ist u.a als erster Kontinent bis 2050 klimaneutral zu werden. 17
Energiewende

GRUNDLASTFÄHIGKEIT

bezeichnet die Fähigkeit eines Kraftwerks bzw. von Kraftwerkstypen zur dauerhaften und zuverlässigen Bereitstellung von elektrischer Energie.

IDENTIFIKATION

bedeutet wörtlich „gleichsetzen“ und beschreibt den Vorgang, wenn ein Mensch oder eine Gruppe von Menschen sich mit bestimmten Eigenschaften, Nationalitäten, Religionen etc. in einem solchen Maße verbunden fühlt, dass es zum Teil ihrer Persönlichkeit wird.

IMMISSION

misst, welchen Einfluss die emittierten Stoffe / Töne / Wellen auf die Umwelt haben. Dabei stehen also vor allem Lebewesen, Gebäude, Böden und Gewässer im Mittelpunkt. Das Wort „Immission“ kommt vom lateinischen Bergiff „immittere“, das soviel wie „hineinschicken“ oder „-senden“ bedeutet. Wenn es darum geht, wie sich Schadstoffe in der Luft auf uns Menschen auswirken, ist nicht die absolute Menge der Stoffe entscheidend. Von Bedeutung ist stattdessen ihre Konzentration, also ihre Masse pro Volumeneinheit Luft. Deswegen werden Immissionen in Konzentrationen oder Intensitäten gemessen.

IMPERIALISMUS

bezeichnet das Streben von Staaten, ihre Macht weit über die eigenen Landesgrenzen hinaus auszudehnen. Das kann dadurch erfolgen, dass schwächere Länder gezielt politisch, wirtschaftlich, kulturell oder mit anderen Methoden beeinflusst und vom stärkeren Land abhängig gemacht werden.
Globaler Süden

INDUSTRIEGESELLSCHAFT

wird charakterisiert durch einen hohen Grad an Automatisierungen von Produktionsweisen und sozialen Strukturen. Das heißt, dass die meisten Aufgaben in der Produktion von Maschinen, Robotern o.ä. übernommen werden. Die jeweilige Wirtschaftsordnung bleibt bei dieser Begriffsdefinition unberücksichtigt.

INVESTITIONEN

beschreiben in der Wirtschaft den Einsatz von Kapital (z.B. Geld oder Wertpapiere) für einen bestimmten Verwendungszweck, wie bspw. den Aufbau einer Firma oder eines Projekts.

KAPAZITÄTSMARKT

bezeichnet ein Element des Marktdesigns für den Strommarkt, bei der ein Handel nicht mit verbrauchter Strommenge, sondern bereitgestellter Leistung stattfindet. Dadurch erhalten Erzeuger Geld unabhängig davon, ob eine Einspeisung (zeitweise) weniger oder keinen Strom erzeugt.

KASKADENNUTZUNG

bzw. Mehrfachnutzung wird die Nutzung eines Rohstoffs über mehrere Stufen bezeichnet. Auf diese Weise soll eine besonders nachhaltige und effiziente Nutzung sowie eine Einsparung beim Einsatz von Rohstoffen erreicht werden, Rohstoffe oder daraus hergestellte Produkte werden so lange wie möglich im Wirtschaftssystem genutzt.
In Strategie- und Positionspapieren der deutschen sowie der europäischen Politik wird der Begriff seit etwa 2010 und meist mit explizitem Bezug zur Biomassenutzung verwendet. 18

KAPITALISMUS

ist eine Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung, in der das private Eigentum an den Produktionsmitteln (Fabrikhallen, Maschinen, Anlagen), das Prinzip der Gewinnmaximierung und die Steuerung der Wirtschaft über den Markt typisch ist. Das wirtschaftliche und soziale Zusammenleben wird weitgehend von den Interessen der Kapitaleigentümer bestimmt. Im Kapitalismus ist Kapitalbesitz die Voraussetzung für die Verfügungsgewalt über die Produktionsmittel, was das Weisungsrecht über die Arbeitskraft der abhängig Beschäftigten einschließt. Die Masse der Arbeiter*innen ist überwiegend besitzlos und von den verhältnismäßig wenigen Kapitalbesitzenden wirtschaftlich abhängig.19
Liberalismus

KOLONIALISMUS

ist die Politik der Inbesitznahme und Ausbeutung fremder, meist überseeischer Gebiete v.a. durch europäische Länder zwischen dem 16. und 20. Jh. Kolonialismus ist durch die territoriale Machtausweitung eines Staates mittels langfristig angelegter militärischer, politischer und/oder wirtschaftlicher Kontrolle über die unterworfene Kolonie gekennzeichnet.
ImperialismusGlobaler Süden

KOMMUNISMUS

beschreibt die politische Lehren und Bewegungen, die als Ziel die Verwirklichung einer klassen- und herrschaftslosen Gesellschaft auf der Grundlage der von Karl Marx und Friedrich Engels aufgestellten Theorien haben. Vor allem das Kollektiveigentum an den Produktionsmitteln im Sozialismus sieht Karl Marx dabei als ökonomische Grundlage der allmählich aus der sozialistischen Gesellschaft durch Entfaltung aller menschlichen Fähigkeiten entstehenden höheren Phase der herrschaftslosen, kommunistischen Gesellschaft. Am Ende soll allen alles gehören.
Kapitalismus

KONSENS

bedeutet die übereinstimmende Meinung von Personen zu einer bestimmten Frage ohne verdeckten oder offenen Widerspruch. Bei einem Konsens wird auf die Bedürfnisse aller Beteiligten gleichermaßen eingegangen und an einem gemeinsamen Ziel gearbeitet. Der Konsens kann damit zwar einen deutlich höheren Zeitaufwand bedeuten, jedoch sind bei dessen Gelingen alle Beteiligten deutlich zufriedener.
Basisdemokratie

KONSUMENTIN

oder auch Verbraucherin, bezeichnet eine Person, die Güter benutzt. Das Verb ist konsumieren und kann mit einem passiven Verbrauchen gleichgesetzt werden, da sich die Konsumentin nicht an der Herstellung des Produkts beteiligt.
Produzentin

KONVENTIONELLE ENERGIEQUELLEN

sind fossile Brennstoffe und Kernbrennstoffe. Ihre Vorräte auf der Erde sind im Gegensatz zu den erneuerbaren Quellen limitiert. Rund 80 Prozent des globalen Primärenergieverbrauchs werden mit fossilen Energieträgern gedeckt. Zu ihnen zählen Kohle, Erdöl und Erdgas. Die Energie, die in den fossilen Brennstoffen steckt, kann durch Verbrennung in Wärmeenergie umgewandelt werden. Dabei werden Schwefeldioxid, Stickstoffoxide und Kohlenwasserstoffe ausgestoßen, aber auch Stäube. In einem zweiten Schritt kann diese wiederum in elektrische Energie umgewandelt werden.

KONVENTIONELLE LANDWIRTSCHAFT

ist die häufigste Form der Landwirtschaft in Deutschland. Sie produziert den größten Teil unserer Nahrungsmittel. Gleichzeitig hat sie weitreichende Folgen für unsere Umwelt. Sie verfolgt das Ziel, möglichst viele Nahrungsmittel zu möglichst geringen Preisen zu produzieren – Landwirtschaft muss ertragreich sein. Folgen dieser Landwirtschaft sind beispielsweise Massentierhaltung, → Bodendegradation oder → Monokulturen.

LIBERALISMUS

ist eine Grundposition der politischen Philosophie und eine historische und aktuelle Bewegung, die eine freiheitliche politische, ökonomische und soziale Ordnung anstrebt. Hervorgegangen ist der Liberalismus aus den englischen Revolutionen des 17. Jahrhunderts. Aus liberalen Bürgerbewegungen gingen in vielen Ländern erstmals Nationalstaaten und demokratische Systeme hervor. Leitziel des Liberalismus ist die Freiheit des Individuums vornehmlich gegenüber staatlicher Regierungsgewalt, er richtet sich gegen Staatsgläubigkeit, Kollektivismus, Willkür und den Missbrauch von Macht bzw. Herrschaft.
Kapitalismus

MONOKULTUREN

sind landwirtschaftliche, gartenbauliche oder forstwirtschaftliche Flächen, auf denen ausschließlich eine einzige Nutzpflanzenart über mehrere Jahre hintereinander angebaut wird.

NEOLIBERALISMUS

bezeichnet eine freiheitliche, marktwirtschaftliche Wirtschaftsordnung mit den entsprechenden Gestaltungsmerkmalen wie privates Eigentum an den Produktionsmitteln, freie Preisbildung, die Wettbewerbs- und Gewerbefreiheit anstrebt, staatliche Eingriffe in die Wirtschaft jedoch nicht ganz ablehnt, sondern auf ein Minimum beschränken will.
LiberalismusKapitalismus

NETTO-NULL EMISSIONEN

ist eine Idee, die darauf hinaus läuft, dass die Welt weiter Emissionen produzieren kann, solange es einen Weg gibt, diese "auszugleichen". Anstatt also umgehend anzufangen, die Emissionen radikal zu reduzieren, können wir weiterhin enorme Mengen CO2 ausstoßen – und sogar neue Kohlekraftwerke errichten – und derweil behaupten Klimaschutz zu betreiben, indem wir die Entwicklung der CSS-Technologie „unterstützen“. Bei CSS Technologien handelt es sich um Mittel der CO2- Abscheidung und Speicherung. Insgesamt vereinfacht die Idee der Netto-Null Emissionen das Problem des Klimawandels immens und reduziert es auf die Notwendigkeit, CO2 einzusparen, lässt aber gesellschaftliche Fragestellungen und Theamitken wie die Biodervistät außer acht.20

OPEC

steht für die Organisation erdölexportierender Länder und ist eine 1960 gegründete internationale Organisation mit Sitz in Wien.

ÖKOSYSTEM

ist ein Fachbegriff der ökologischen Wissenschaften. Ein Ökosystem besteht aus unbelebten (abiotischen) Teilen wie das Gestein, Klima und Luft und belebten (biotischen) Komponenten wie Tiere, Pilze und Pflanzen. Je nach den sich daraus ergebenden Lebensbedingungen entwickeln sich unterschiedliche Ökosysteme, wie z.B. ein Wald, eine Wiese, ein Gewässer oder ein Moor.
Aquatische Ökosysteme

PALUDIKULTUREN

kommt von „palus“ – lat. „Sumpf, Morast“ und ist die land- und forstwirtschaftliche Nutzung nasser Hoch- und Niedermoore 21

PESTIZIDE

sind Substanzen, die unerwünschte Organismen in der Landwirtschaft beseitigen. Je nachdem ob sie gegen Unkraut, Insekten oder Pilze eingesetzt werden, spricht man auch von Herbiziden, Insektiziden oder Fungiziden. Dass die Wirkstoffe aber zum Töten von Lebewesen entwickelt wurden, suggeriert die offizielle Bezeichnung „Pflanzenschutzmittel“ dabei erstmal nicht.

PERMAKULTUR

leitet sich von dem englischen Begriff "permanent (agri)culture" ab und bedeutet so viel wie "dauerhafte Landwirtschaft" oder "dauerhafte Kultur". Es ist ein nachhaltiges Konzept für Landwirtschaft und Gartenbau, das darauf basiert, natürliche Ökosysteme und Kreisläufe in der Natur genau zu beobachten und nachzuahmen. In Europa wird Permakultur in privaten Hausgärten ebenso wie auf mittelgroßen Bauernhöfen praktiziert.

POSTKOLONIALISMUS

ist eine geistige Strömung, die sich seit Mitte des 20. Jahrhunderts in Auseinandersetzung mit der Geschichte des → Kolonialismus und → Imperialismus entwickelte. Zentrales Thema ist der fortgesetzte Einfluss kolonialer Strukturen auf eine formal dekolonisierte Gegenwart, um zu verdeutlichen, dass die kolonialen Machtverhältnisse nicht überwunden sind.
Privileg

PRIVILEG

ist ein Vorrecht oder Vorteil, das einer einzelnen Person oder einer Personengruppe zugeteilt wird. Dies geschieht oft auf Grundlage des Geschlechts, der Abstammung, der politischer Anschauung, der Klasse, der Heimat, Herkunft, Aussehens… Privilegien können als Gegenspieler zu Diskriminierungen gesehen werden, wobei Menschen aufgrund der aufgezählten Punkte anstatt eines Vorteiles einen Nachteil in der Gesellschaft innehaben.

PRODUKTIONSMITTEL

bezeichnen ganz allgemein die sachlichen Voraussetzungen und Bedingungen der Herstellung von Waren. Dies reicht von Gebäuden und Verkehrs- und Nutzflächen über die technische Ausrüstung bis hin zu den Arbeitsmethoden.

PRODUZENTIN

ist eine Herstellerin von Gütern.
Konsumentin

RASSISMUS


ist ein Begriff, der unterschiedlich genutzt wird. Es handelt sich um eine Gesinnung, Ideologie, Denk-oder Handlungsweise nach der Menschen aufgrund weniger äußerlicher Merkmale – über die auf eine vermeintliche Abstammung geschlossen wird – als „Rasse“ kategorisiert und beurteilt werden. Die so verstandenen «Rassen» werden hierarchisch eingestuft. Das klassische Konzept war vorherrschend in der Epoche des europäischen → Kolonialismus und → Imperialismus bis nach dem Zweiten Weltkrieg. Diese pseudo-biologische Ideologie diente der Rechtfertigung des Kolonialismus, der Sklaverei, der Verbrechen der Nazis oder von Apartheidregimes in Südafrika. 22

RENDITE

ein Begriff aus der Wirtschaft und bedeutet so viel wie Gewinn.

RESILIENZ

bezeichnet die Fähigkeit mit Stress umgehen zu können. In der Wirtschaft wird der Begriff genutzt um die Beständigkeit des Systems gegenüber Krisen zu charakterisieren.23

SEKTORKOPPLUNG

bezeichnet gemeinhin die energietechnische und energiewirtschaftliche Verknüpfung von Strom, Wärme, Gas sowie Energieträgern für Mobilität und industrielle Prozesse. Darunter fallen zum Beispiel Technologien und Prozesse wie Wärmepumpen (Power-to-Heat), Elektrofahrzeuge (Power-to-Mobility) und Power-to-X-Technologien wie Power-to-Gas, Power-to-Liquid und Power-to-Chemicals.
"Quelle: VDA-Fachbeitrag Zellulares Energiesystem, S. 10. https://www.vde.com/resource/blob/1884494/98f96973fcdba70777654d0f40c179e5/studie---zellulares-energiesystem-data.pdf "

SENKEN

sind Teile des →Ökosystems, die der Mensch zur Entsorgung nutzt, beispielsweise die Atmosphäre, die Meere oder der Boden unter Mülldeponien.

SOUVERÄNITÄT

kommt aus dem Französischen und bedeutet so viel wie „Unabhängigkeit“, „Überlegenheit“. Die Souveränität eines Staates besteht darin, dass er selbst entscheiden kann, was im Staat nach innen sowie in den Beziehungen zu anderen Staaten geschehen soll. Der souveräne Staat hat die Macht, seine Gesetze und seine Regierungsform selbst zu bestimmen.24

SUBSIDIARITÄT

beschreibt ein Prinzip, nach dem Aufgaben möglichst auf der kleinsten, lokalen Ebene wahrgenommen werden. Sie sollten nur dann an eine höhere Organisationsebene delegiert werden, wenn die Maßnahmen der lokalen Einheiten nicht ausreichen bzw. wenn bestimmte politische Ziele besser auf einer höheren Ebene verwirklicht werden können.

SUBVENTION

ist eine Leistung aus öffentlichen Mitteln an Betriebe oder Unternehmen. Subventionen sind wirtschaftspolitische Eingriffe in das Marktgeschehen, mit denen ein bestimmtes Verhalten der Marktteilnehmer gefördert werden soll. Beispiele sind die Herstellung von Milch, die der deutsche Staat mit Geldern begünstigt (Bsp. 25) oder Kohle-, Öl- und Gasproduktionen (Bsp. 26)
Agrarpolitik

SUFFIZIENZ

ist eines der Grundprinzipien der solidarischen Lebensweise. Statt auf → Wachstumslogik und → Effizienz zu setzen, unterstützt es einen Zustand, in dem alle Menschen genug für ein → Buen Vivir (Gutes Leben) haben können, ohne diesen verbessern zu müssen oder zu wollen. Dies geschieht durch einen anderen Blick auf Besitz und weniger Ressourcenaufwand, durch Teilen, Wiederverwertung oder Verzicht.27

TAUSCHWERT

bezeichnet das Verhältnis, in welchem Waren auf dem Markt gehandelt werden.

TRANSFORMATION

bezeichnet einen grundlegenden und dauerhaften Wandel. Es ist der Prozess der Veränderung vom aktuellen Zustand zum angestrebten Ziel-Zustand in der Zukunft.

TREIBHAUSGASEMISSIONEN

Treibhausgase sind Gase, die zum Treibhauseffekt beitragen und sowohl natürlichen als auch anthropogenen Ursprungs sein können. Sie absorbieren einen Teil der vom Boden abgegebenen langwelligen Wärmestrahlung, die sonst ins Weltall entweichen würde.
CO2Emissionen

TRICKLE-DOWN-PRINZIP

bezeichnet den Glauben, dass Wirtschaftswachstum (→ Wachstumslogik) und allgemeiner Wohlstand der Reichen nach und nach durch deren Konsum und → Investitionen in die unteren Schichten der Gesellschaft durchsickern würden (Trickle-down-Effekt). Der Begriff Trickle down entstammt einem Scherz des US-amerikanischen Komikers Will Rogers.28

VEGAN

bezeichnet eine ausschließlich auf Pflanzen basierte Ernährung oder Lebensweise, in der keine tierischen Produkte konsumiert werden.

VEGETATIONSPERIODE

beschreibt den Zeitraum des allgemeinen Wachstums der Pflanzen innerhalb eines Jahres .

VERKEHRSWENDE

beschreibt den Prozess, Verkehr und Mobilität auf nachhaltige Energieträger, sanfte Mobilitätsnutzung und eine Vernetzung verschiedener Formen des Individualverkehrs und des öffentlichen Personennahverkehrs umzustellen. 29
Elektromobilität

VOLATILITÄT

ist ein Risikomaß und zeigt die Stärke der Schwankung des Preises eines Basiswertes innerhalb eines bestimmten Zeitraums. Je höher die Volatilität, um so stärker schlägt der Kurs nach oben und unten aus und desto riskanter aber auch chancenreicher ist eine → Investitionen in das Basisobjekt. Es werden historische und implizite Volatilität unterschieden.
Volatile Energiequellen

VOLATILE ENERGIEQUELLEN

erzeugen Energie nicht gleichmäßig, sondern schwankend. Das trifft zum Beispiel auf die Solar- oder Windenergie zu, da die Sonne nicht durchgängig scheint und der Wind nicht immer weht.

VULNERABEL

bedeutet soviel wie verletzlich oder störanfällig.

WACHSTUMSLOGIK

ist eine grundlegende Annahme des → Liberalismus und des → Kapitalismus. Es gilt aktuell als eines der wichtigsten wirtschaftspolitischen Ziele, das mit Steigerung von Profiten und Wohlstand verbunden ist. Aus dieser Wachstumslogik entsteht für viele staatliche und unternehmerischen Akteure ein Wachstumszwang. Das Prinzip wird von vielen Seiten kritisiert, da ein andauerndes Wirtschaftswachstum zu einem ansteigenden Ressourcenverbrauch und Innovationszwang führt und auf einem endlichen Planeten schwer/ nicht vorstellbar ist.

WERTSCHÖPFUNGSKETTE

oder auch Wertkette (Value Chain) stellt die Stufen der Produktion als eine geordnete Reihung von Tätigkeiten dar. Diese Tätigkeiten schaffen Werte, verbrauchen Ressourcen und sind in Prozessen miteinander verbunden. Das Konzept wurde erstmals 1985 von Michael E. Porter, einem amerikanischen Betriebswirt, in seinem Buch Competitive Advantage vorgestellt. Laut Porter stellt es eine "Ansammlung von Tätigkeiten, durch die ein Produkt entworfen, hergestellt, vertrieben, ausgeliefert und unterstützt wird", dar.


Weiterführende Literatur, Quellen



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