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Kohlenstoffspeicherung durch mehrjährige Kulturen

Was ist die Maßnahme?

Anstatt hauptsächlich einjährige Kulturen anzubauen, werden mehrjährige Kulturen angebaut. Das können sowohl mehrjährige Gemüsesorten sein, wie zum Beispiel Artischocken und Rhabarber oder mehrjährige Kohlpflanzen. Auch gibt es neugezüchtete mehrjährige Getreidearten (sobald diese marktreif sind), sowie Bäume mit kohlenhydratreichen Früchten wie zum Beispiel Nussbäume.


Wie kann die Umsetzung aussehen?

  • Sobald die realen Kosten der fossilen Energien zu Tragen kommen, wird auch die reale Arbeit der verschiedenen Anbausysteme wieder sichtbar. Ab diesem Moment werden mehrjährige Kulturen interessant für Landwirt*innen, da der reale Arbeitsaufwand geringer ist.
  • Zusätzlich kann natürlich mit den üblichen Regulierungswerkzeugen gearbeitet werden, wie zum Beispiel → Subventionen.
  • Die Produkte mehrjähriger Kulturen müssen natürlich auch von den → Konsument*innen angenommen werden. Wobei wir in Mitteleuropa gerade die Situation haben, dass der Konsum z.B. von Nussfrüchten sehr weit über der heimischen Produktion liegt. Auserdem können viele Produkte die heute aus Soja hergestell werden, genauso aus Haselnüssen produziert werden, während die Esskastanie den Mais ersetzen kann, und zwar sowohl in der Nahrungserzeugung wie bei industriellen Produkten.
  • Mit der Zusammenführung von Produktion und Konsumption, kann die Konsumption einer sinnvollen Produktion angepasst werden.

 


Wie wird damit dem Klimawandel entgegen gewirkt?

  • Die maschinellen Bearbeitungsschritte sind seltener, so fällt eine jährliche Bodenvorbereitung und Aussaat weg. Auch die Unterstützung gegenüber konkurrierender Vegetation verliert an Bedeutung, da die mehrjährige Kultur sich nach dem ersten Jahr bereits durchgesetzt hat.
  • Durch das wegfallende Pflügen entweicht kein Kohlenstoff in die Atmosphäre. Stattdessen kann sich Kohlenstoff als Humus im Erdreich ansammeln.
  • In den Pflanzenteilen selbst reichert sich gebundener Kohlenstoff an. Dieser Effekt ist vor allem bei Baumkulturen relevant.
  • Die Biomasse der mehrjährigen Kulturen kann nach der Kulturzeit noch einer energetischen Nutzung zugeführt werden. Das trifft ebenfalls vor allem bei Bäumen zu. Die Einsparung tritt dann dadurch auf, dass an anderer Stelle weniger Bäume gerodet werden müssen, beziehungsweise weniger fossile Energien benötigt werden.

 


Welche anderen Effekte hat die Maßnahme?

Mit mehrjährigen Kulturen steigt die → Biodiversität, weil ganzjährige Habitate entstehen. Vor allem wenn Mischkulturen mehrjähriger Kulturen angelegt werden erhöht sich die Biodiversität enorm.


Wie lang dauert es, bis die Maßnahme Wirkung zeigt?

Der Effekt dauert solange an wie die Maßnahme. Beziehungsweise über den Aufbau von stabilem Dauerhumus auch darüber hinaus.


Weiterführende Literatur, Quellen

Die genauen globalen wie lokalen Potentiale der verschiedenen mehrjähriger Kulturen können in der Arbeit von Eric Toensmeier nachgelesen werden, die eine Zusammenfassung diverser wissenschaftlichen Arbeiten darstellt:


  • 1. Toensmeier (2016): The carbon farming solution: a global toolkit of perennial crops and regenerative agriculture practices for climate change mitigation and food security. Chelsea Green Publishing 

 

 

 

Stand der Übersetzung

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