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Nährstoffrecycling auf landwirtschaftlichen Betrieben optimieren


Was ist das Problem?

Da die Recyclingquote der Nährstoffe in landwirtschaftlichen Betrieben derzeit sehr gering ist, müssen große Mengen an Nährstoffen hinzugefügt werden und diese Menge wird importiert. Hierbei entstehen sowohl bei der Produktion des importierten Inputs, als auch beim Transport dieses → Treibhausgasemissionen (THG-Emissionen).
Ein Beispiel: Einer der limitierenden Nährstoffe für das Pflanzenwachstum ist Stickstoff (N). Daher müssen oft Düngemittel eingesetzt werden, um ein ausreichendes Pflanzenwachstum und damit ausreichende Ernteerträge zu ermöglichen. In der → konventionellen Landwirtschaft werden überwiegend synthetisch hergestellte Düngemittel eingesetzt. Ihre Produktion ist energieintensiv und verursacht große Mengen an THG-Emissionen (grob wird mit zwei Tonnen Erdöl für die Produktion einer Tonne Stickstoffdünger gerechnet).


Was ist die Maßnahme?

Nährstoffe in den landwirtschaftlichen Betrieben besser und zu größeren Teilen recyclen.


Wie kann die Umsetzung aussehen?

Um die Nährstoffe des eigenen Betriebs zu recyceln, können organische Düngemittel, wie z.B. die anfallende Gülle, der Kompost und Biogasaufschluss, sowie Pflanzenreste, wie z.B. Mulchen oder N-fixierende Leguminosen in der Fruchtfolge eingesetzt werden. Hierbei handelt es sich um Materialien die in der Regel bereits auf dem Betrieb existieren.

Kompostierung: Bauern kompostierten verschiedene Materialien, wie Hofdünger, Grasklee und/oder andere Materialien, wie Rückstände aus der Wein- und Olivenverarbeitung.
Das regelmäßige Wenden, entweder mit einer speziellen Wendevorrichtung eines Lohnunternehmens (Mietmaschinen) oder mit eigenen Landmaschinen (z.B. Traktor mit Gabelstapler), sowie das Abdecken der Kompostmiete mit Vliesdecken und die Verwendung eines festen Untergrundes helfen den Prozess zu optimieren.

Biogasproduktion und -verwertung aus flüssigen Abfällen: Den Hofdünger in einer eigenen Biogasanlage fermentieren.

Mobile Tierhaltung: Das Vieh kann in mobilen Stallungen auf den Ackerflächen gehalten werden, sodass das Strohlager und die Ausscheidungen von Rindern, Schweinen, Schafen und Hühnern direkt als Dünger für die Ackerflächen genutzt wird.
 


Wie wird damit dem Klimawandel entgegen gewirkt?

  • Für die Produktion und den Transport von Dünger werden dabei weniger THG-Emissionen emittiert als bei synthetischen Düngemitteln.
  • Durch das Kompostieren können THG-Emissionen, vor allem Methan, effizient reduziert werden, im Vergleich zu einer Güllelagerung auf einem offenen Misthaufen oder in einer Güllegrube.
  • Durch das Fermentieren des Hofdüngers zur Biogasproduktion können Methanemissionen reduziert werden. Zusätzlich kann das gewonnene Biogas zum Heizen genutzt werden und dadurch können Emissionen durch fossiler Brennstoffe vermieden werden. Zusätzlich kann Betriebsdünger auf den eigenen Feldern eingesetzt werden, was den Bedarf an importierten Düngemitteln reduziert.
  • Durch die Nutzung der Strohlager und Ausscheidungen des Viehs als Dünger wird der Bedarf an importierten Düngemitteln gesenkt.

 


Welche anderen Effekte hat die Maßnahme?

  • Auch organische Düngemittel haben Auswirkungen auf die globale Erwärmung durch die direkte und indirekte N2O-Emissionen während der Lagerung und Anwendung, sowie auf die Luftverschmutzung durch Auslaugung/Emissionen von NH3 und auf die Grundwasserkontamination durch Nährstoffauswaschung. Darüber hinaus verursachen Hofdünger CH4– und N2O-Emissionen.
  • Im Vergleich zur Ausbringung von Mineraldünger verbessert die Ausbringung von Kompost auf dem Feld die Bodenstruktur und damit die Widerstandsfähigkeit des Betriebes gegen extreme Witterungseinflüsse (Dürren, Starkregen). Gleichzeitig birgt Kompost weniger hygienische Risiken als Frischmist – was im Gemüsebau oder auf Grasland von Bedeutung sein kann.
  • Die mobile Tierhaltung erzeugt weit weniger Tierleid, als die industrielle Massentierhaltung. Außerdem limitiert sie die Gesamtzahl der Tiere, da diese direkt an die Ackerfläche gebunden wird.

 


Weiterführende Literatur, Quellen





Stand der Übersetzung

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